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"Zu schön, um wahr zu sein"   -   Fälschungen
 
"Können Sie mir sagen, was eine Aktie der Montana Phonograph mit Signatur von Thomas Alva Edison wert ist", will der Anrufer vom Gutachter Klaus Schiefer wissen. Er habe gelesen, dass Edison-Signaturen für mehrere Tausend Euro gehandelt werden. "Bei der Montana Phonograph handelt es sich um eine seit Jahren bekannte Fälschung", enttäuscht Schiefer die Hoffnungen des Sammlers ...

Wie lassen sich Fälschungen enttarnen? Zunächst sollte man immer auf die Nummer einer Aktie achten. Ist bei US-Bonds die Nummer höher als die Anzahl der bei dieser Emission ausgegebenen Bonds, stimmt schon etwas nicht. Die Nummer verrät aber noch mehr: Ab einer gewissen Zeit wurden US-Wertpapiere direkt beim Druck und nicht mehr per Hand nummeriert. Das hat beispielsweise der Fälscher der Montana Phonograph nicht bedacht. Die zeitliche Einordnung ist auch hilfreich bei der Frage, ob es sich um Original- oder Faksimile-Unterschriften handelt. Im 19. Jahrhundert wurden die meisten Wertpapiere noch im Original unterschrieben, während sich im 20. Jahrhundert mehr und mehr Faksimile, also gedruckte Signaturen, durchsetzten. Im Lauf der Jahrhunderte wurden zudem andere Papiersorten verwendet. Wo hohe Summen für einzelne Wertpapiere gezahlt werden, blüht natürlich auch das Geschäft mit Fälschungen. Getürkte Papiere können aber meist einfach enttarnt werden: Frühe Wertpapiere wurden hauptsächlich auf Tierhaut oder Büttenpapier gedruckt. Daher gilt es Farbe und Größe zu prüfen. "Bei deutschen Wertpapieren jüngeren Datums sollten Käufer unbedingt darauf achten, dass sie das Trocken- beziehungsweise Blindsiegel beim Abtasten spüren", rät Klaus Schiefer. "Damit enttarnen Sie Farbkopien sofort. " Zudem rät der Gutachter zu prüfen, ob das Wasserzeichen und die Guillochen vorhanden sind. Letztere sind vielfach verschlungene symmetrische Figuren aus feinen Linien, die nur mit Hilfe von speziellen Guillochiermaschinen angefertigt werden können.

Auch wenn der Fälscher der Montana Phonograph einiges nicht beachtet hat, war er doch clever: "Auf der Rückseite hat er den kleinen Vermerk 'Display' angebracht - was soviel wie Nachdruck heißt", bemerkt Schiefer. "Damit wollte er sicherheitshalber der Todesstrafe aus dem Weg gehen, die in manchen US-Bundesstaaten für Wertpapierfälschung verhängt wird."
 

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